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Christine Ebner | Absence as a Sign of Presence | ab 20. März 2025

Christine Ebner macht Kunst mit dem, was (nicht) da ist. Mit den Zwischenräumen, den Spuren, der Abwesenheit. Sie nimmt sich zurück, um sichtbar zu sein. Sie lässt Dinge verschwinden, um ihre Form zu enthüllen. Sie arbeitet mit Künstlicher Intelligenz und mit der Hand, mit Pixeln und Pigmenten, mit digitalem Code und analogem Widerstand. Ihr Material ist Zeit, Schichtung, Reflexion.


Christine Ebner


Die Ausstellung an den wARTe Schauflächen ist das letzte Drittel einer 30-tägigen fokussierten Auseinandersetzung mit dem Nichts, mit präsenter Abwesenheit - mit Worten, Sound und Ästhetik.



An den wARTe-Schauflächen an der Straßenbahnhaltestelle neben der Wiener Staatsoper hängt nun die Manifestation - analog, roh und bewusst "echt". Kunst in einem Raum, der für Übergänge gemacht ist – für Warten, für Bewegung, für Momente zwischen zwei Zielen. Ein Ort, an dem niemand verweilt, aber jede:r für einen Augenblick präsent ist.


Was siehst du?


Farben, die aufeinanderprallen und sich wieder auflösen. Linien, die sich wie Frequenzen durch das Bild ziehen. Tropfen, die zwischen Zufall und Absicht schweben. Schichten von Sichtbarkeit und Verschwinden. Die Werke changieren zwischen Kontrolle und Chaos, zwischen Komposition und Dekonstruktion.



Neben dieser physischen Ausstellung existiert seit 1. März 2025 eine zweite Ebene: die digitale Präsenz. Die Kunst ist gleichzeitig vor Ort und online, greifbar und immateriell. Ein Echo in Pixeln, das trägt, was im urbanen Raum nur für kurze Zeit verweilt.




Analog & Digital | Minimalistisch & Expressiv | Laut & Still


Diese Gegensätze prägen Christines Arbeit. KI-generierte Ästhetik trifft auf die physische Spur ihrer Hände. Minimalistische, reduzierte Kompositionen stehen neben tropfender Farbe. Manche Werke existieren nur in der digitalen Welt – perfekt gerendert, doch nie berührbar. Andere sind roh, mit Schichten von Farbe, die sich überlagern und an vergangene Gesten erinnern.


Was bleibt, wenn nichts bleibt? Diese Frage zieht sich durch ihr Projekt. Kunst als Spur, als Abdruck von Zeit, als Moment des Innehaltens in einer Welt, die sich nie ausruht. Kunst als Zweifel und konstantes Hinterfragen von Abwesenheit und Präsenz...meiner Rolle als Künstlerin und Mensch.


Ein künstlerisches Fasten


Das Projekt orientiert sich an der Logik des Fastenmonats Ramadan, den sie als bewusste Entscheidung manifestiert. In den ersten zehn Tagen ging es um Stille, um Reduktion, um die Frage, was bleibt, wenn man alles wegnimmt. In den zweiten zehn Tagen wurde das Nichts hinterfragt: Ist Leere wirklich leer? Oder ist sie voller Möglichkeiten? Jetzt, in den letzten zehn Tagen - den "heiligen Nächten", von denen gesagt wird, dass sich das Schicksal des nächsten Jahres entscheidet - beginnt die Manifestation. Werke hängen nicht im Mittelpunkt, aber mitten in der Stadt. Sie stehen in Dialog mit der Architektur, dem öffentlichen Verkehr und den Blicken der Passant:innen.


30 Tage Prozess – Eine Einladung zum Sehen


Christine Ebner denkt Kunst nicht als fertiges Produkt, sondern als Prozess. Sie nimmt sich Zeit für die Dinge, die sich oft nur in der Langsamkeit zeigen. Für das, was erst dann sichtbar wird, wenn wir aufhören zu suchen. Wer vor ihren Werken in den wARTe-Schauflächen steht, sieht vielleicht nur Farbe. Oder Bewegung. Oder Nichts.



Mehr Informationen zu Christine Ebner und diesem Projekt findest du auf ihrer Homepage:

https://christineebner.at/ oder auf instagram: @stepandshoulders