Die auf Poster gedruckten Fotografien entstanden zwischen 2017 und 2024 und sind David Tiefenthalers Versuch, Fotografie als subjektive Schau-Praxis in den Räumen zwischen Natur und menschengeprägter Landschaft zu begreifen. Da, wo alles zusammenfließt und die Grenzen verschwimmen, kann Film labile Zustände einfangen und, manchmal nur für einen Augenblick, bleibende emotionale Eindrücke hinterlassen.

In den Fotos geht es um flüchtige Aggregatzustände, welche David Tiefenthaler als kritische Auseinandersetzung mit der in der Fotografie so gerne zitierten "decisive moment" begreift.

David Tiefenthalers Auseinandersetzung mit Fotografie hat als Mitarbeiter eines Museums begonnen.
Dort hat er den Versuch, aus Bildern einen allgemeingültigen Abdruck der Welt zu vermitteln, scheitern gesehen. Perspektive ist alles und jede Realität kuratiert. Geblieben ist die Faszination für Geschichte und bildgebende Verfahren: im Sinne von Zeit-Schichten, die sich in Orten, Menschen oder auch Dingen verdichten. Und der Wunsch nach Erweiterung der eigenen Bildwelt: um Ephemera, Text, Sound und Bewegtbild. Die Kamera: ein Leuchtkasten, um mich mit diesen Zeit-Schichten auseinander- und in Beziehung zu setzen. Immer wiederkehrende Themen in seiner Praxis sind Arbeitswelten, die Veränderung des Stadtraums und Orte, an denen sich Gesellschaft manifestiert und große Brüche im Kleinen sichtbar werden. Das heißt: Zwischenräume, Nicht-Orte und Schatteninseln im öffentlichen Raum begehen und dabei soziale und politische Dimensionen zu thematisieren. Die entstandenen Bilder stützen sich auf die mannigfaltigen Spielarten des Dokumentarischen, immer in dem Bewusstsein, dass die Fotografie an der Realität nur scheitern kann. In letzter Zeit hat er wieder viel Zeit in der Dunkelkammer, mit fotografischen Druckverfahren und Experimenten verbracht...

Mehr Informationen zu David Tiefenthaler findest du auf Instagram: @tiefenthaler_da
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