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Ulla Hasen I Warte? Info! I ab 4. Jänner 2025

warte. Info?

warte. Info!

warte! Info?

warte! Info!

warte. Info …

… warte …Info …

Warte, Info!

warte?



Die Bim.

Wohin soll sie Dich bringen?

Zur Arbeit? Nach Hause? Zum Date?

Zum nächsten Todo auf der Liste?

Ist es das, worauf Du wartest?

Wartest du auf Kairos?

Ist das eigentlich der Deckname von Godot?

Und wenn ja?

Was ist es, das einen Unterschied macht?

Und warum eigentlich nicht hier?

Oder jetzt?

Hat das Warten einen Informationsgehalt?

Oder kann man das ausschließen?

Was passiert, wenn Du nichts mehr vorhast?



“Die Müdigkeit gliederte – ein Gliedern, das nicht zerstückelte, sondern kenntlich machte – das übliche Gewirr durch sie rhythmisiert zur Wohltat der Form – Form, soweit das Auge reichte – großer Horizont der Müdigkeit.“

aus: Peter Handke (1989): Versuch über die Müdigkeit, Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main



Ulla Hasen: Das leere Blatt zum Sprechen bringen


Die Rettung der Welt als Tagesgeschäft; die Müdigkeit am Ende des Tages, wenn die Steuerungsillusionen brüchig werden. Das Sich-Einfinden im erschöpften Körper, der nicht mithalten kann mit dem Gewussten. Zurückgeworfen sein auf den Körper mit seinem Wissen von Welt, mit seinen Einschreibungen durch die Versuche zu begreifen und zu handeln. Schauplatz sein, unfreiwillig und ungewollt zumeist. Schau-Platz sein. Warum nicht? Schöpfen aus der Leere nach dem Ende aller Gewißheiten. Beobachten was passiert, wenn man ohne irgendeine Vorstellung mit Farbe über das Papier streicht. Welchen Weg nimmt der Arm? Was zeigt sich? Sagt es mir etwas? Vorformen von Bekanntem tauchen auf als Inseln in dem Weiß, oder glaube ich das nur? Kommt es darauf an? Nein. Das Weiß beginnt zu florieren, es tun sich Räume von hinreichender Offenheit auf, Projektionsflächen für den je eigenen Erlebnisraum, der heute ein anderer ist als gestern. Ist es jene Kante dort oder der Punkt, ist es jene Spiegelung an überraschender Stelle, die mich zum Dialog verführen will? Innehalten, aufhören - die Freude des Schauens, weil das Papier und die Farbe mit mir zu sprechen begonnen haben.


Ich ahne, was es heißt zu spielen – und grüße nicht nur Friedrich Schiller still über die Jahrhunderte hinweg.



Ulla Hasen, aufgewachsen in Bad Fischau-Brunn und Wien, verbrachte große Teile ihrer Kindheit in der Natur und mit der Beobachtung des handwerkenden und malenden Großvaters. Als Landschaftsökologin arbeitet sie in den Themenfeldern Naturschutz und Nachhaltige Entwicklung. Die lebenslängliche intellektuelle Beschäftigung mit gleichermaßen grundlegenden wie dringlichen gesellschaftlichen Fragestellungen führte sie über Umwege zur praktischen Erfoschung der Verbindung von Sehen, Denken und Handeln im integrativen künstlerischen Akt als einem Resonanzgeschehen.


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